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Was sind klassische Apps?

Dass Cloud-Computing zum Defacto-Standard geworden ist, wenn es um die Auslieferung von Software geht, lässt sich längst nicht mehr ignorieren. Nach einer aktuellen Umfrage verzichten nur noch rund 20 % der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern vollständig auf Public-Cloud-Services. Wenig überraschend, überzeugen doch die Gründe für den Einsatz von Cloud-Computing im Unternehmen: Flexibilität bei der Ressourceneinteilung (hoch- und runterskalieren nach Bedarf), keine Notwendigkeit, selbst Rechenzentren zu betreiben oder sich um Hardwareaktualisierungen kümmern zu müssen, zu zahlen sind außerdem nur laufende Betriebskosten anstelle von Investitionen.

Für die Cloud gemachte Apps

Cloud-Computing ermöglicht auch völlig neue Modelle von Software und Softwareentwicklung. Entstanden ist eine neue Generation von Software, sogenannte Cloud-Native-Apps oder Cloud-Ready-Apps. Weil diese Art von Software vor dem Hintergrund der Cloud-Technologie entwickelt wurde, nutzt sie auch die technischen Vorteile der Cloud und kann mit den damit einhergehenden Prozessen umgehen.

Zum Beispiel kann eine für die Cloud gemachte App die Last automatisch über verschiedene virtuelle Maschinen verteilen – oder sogar über verschiedene Rechenzentren. Im Idealfall kann sie sogar selbst (weitere) virtuelle Maschinen hinzuschalten, wenn der Bedarf wächst.

Ein anderes Beispiel ist ein Verfügbarkeitsszenario bei teilweisem Ausfall von Infrastruktur. Eine Cloud-Ready-App kann die Rechenlast sofort auf andere – noch funktionierende – virtuelle Maschinen umleiten. Nutzer der Software werden davon nicht einmal etwas merken.

Klassische Apps

In der Realität ist die meiste heute verfügbare Software jedoch nicht für die Cloud gemacht. Das verwundert auch nicht, denn um die oben beschriebenen Szenarios zu meistern, muss die Software sehr gut programmiert sein, was wiederum nicht gerade einfach ist. Aus diesem Grund kann ein Großteil der heutigen Software die Vorteile der Cloud überhaupt nicht nutzen. Sind die dafür spezifischen Mechanismen nicht im Code, wird die App weder eine Ausfallsicherheit noch Skalierung bieten. Das ist, was wir „klassische Apps“ nennen.

Denken Sie etwa an Ihr Buchhaltungsprogramm. Sehr wahrscheinlich wurde es entwickelt, um auf einer einzigen Workstation oder einem Server zu laufen. Und wie sieht es mit all den anderen Programmen und Servern aus, auf denen Ihre Geschäftsprozesse basieren? Sind die schon bereit für die Cloud? Selbst ein Datenbank-Server wird nicht das volle Potential der Cloud nutzen, es sei denn er wurde von einem sehr erfahrenen Administrator geclustert.

Ok – im Falle dessen, dass Sie in einem Startup arbeiten, gibt es immerhin eine gute Chance, dass Ihre neu entwickelte App bereit für die Cloud ist und Ihre Prozesse auf Software-as-a-Service (SaaS) basieren. Aber wenn Sie in einem etablierten Unternehmen arbeiten, sind wahrscheinlich fast alle Programme klassische Apps. Aus Sicht der Cloud-Technologie müsste man sogar sagen: veraltete Apps.

Die Herausforderung für klassische Apps

Doch was ist das Problem dabei, wenn Sie Ihre klassischen Apps einfach in einer Cloud-Umgebung laufen lassen? Es ist zwar möglich, aber bedenken Sie folgendes Szenario: Wenn Ihre virtuelle Maschine einen Ausfall hat, läuft Ihre klassische App einfach nicht mehr. Sie haben einen kompletten Service-Ausfall, der zu Datenverlusten führen könnte, wodurch Sie Geld und im Zweifelsfall Ihre Kunden verlieren.

Dabei wird es Ihnen auch nicht helfen, wenn Ihr Cloud-Anbieter mehrere Rechenzentren an verschiedenen Standorten hat. Denn wenn Ihre klassische App die Rechenleistung nicht auf eine andere Umgebung bzw. einen anderen Standort übertragen kann, ist das Spiel einfach aus.

Nun könnte man natürlich argumentieren, dass dieses Szenario sehr unwahrscheinlich ist. Viele Cloud-Anbieter werben heutzutage mit einer garantierten Verfügbarkeit von 99,99 % in ihren Service-Level-Agreements (SLA). Manche behaupten sogar, zu 100 % verfügbar zu sein. Wer sich jedoch mit Technik auskennt, weiß, dass dies nur Marketingsprüche sind. Bei genügender Laufzeit wird jede Komponente irgendwann Fehler aufweisen. Es hilft bspw. auch nicht, redundante Stromversorgung und Netzwerkanbindung zu haben, wenn ein defektes Brandlöschsystem ein ganzes Rechenzentrum ausschaltet. Leider passiert so etwas öfter, als das Marketing von Cloud-Providern es uns glauben lassen will (siehe etwa diese Berichte vom 1. März und vom 28. Februar 2017).

Fazit: Nur die Infrastruktur kann helfen, Nachteile auszugleichen

Wenn nun klassische Apps bei der Verfügbarkeit mit Cloud-Ready-Apps nicht mithalten können, kann nur eine angepasste Infrastruktur helfen. Spezielle IaaS-Lösungen befähigen Ihre klassischen Apps dazu, sich mit den Leistungen von Cloud-Native-Apps oder Cloud-Ready-Apps messen zu können. Eine solche Infrastruktur garantiert auch, dass weder Daten verloren gehen noch Ausfallzeiten auftreten – selbst wenn ein ganzes Rechenzentrum ausfällt!

Trotzdem müssen IT-Leiter besonders vorsichtig bei der Migration von klassischen Programmen in die Cloud sein. Sie sollten sich nicht mit behaupteter Verfügbarkeit in den SLAs zufriedengeben, ohne die dahinterliegenden Technologien durchdrungen zu haben. Eine realistische Einschätzung von Risikofaktoren ist äußerst wichtig! Denn sollte dann doch einmal etwas schiefgehen, wird es kaum helfen, mit den Marketing-Behauptungen des Cloud-Providers zu argumentieren. Immerhin steht die Reputation Ihres Unternehmens auf dem Spiel.

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